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aus Hartz IV in eine gute Zukunft

Hineingeboren ins Hartz IV und jetzt mit voller Kraft hinein in die Arbeitswelt
Der 31-jährige Hans S. (Name und Alter geändert) wuchs unter asozialen Verhältnissen auf. Seine Kindheit bestand aus Armut, Streit und Schlägen. Die alkoholkranken Eltern waren arbeitslos und lebten seit jeher von der Sozialhilfe. Als Hans klein war, war er nur gut für den Kindergeldbezug und die zusätzlichen Leistungen zum Lebensunterhalt, die seine Eltern für ihn bezogen. Das Elternhaus war kein Segen für Hänschens Zukunft.

Kinder aus Armutsfamilien geraten zigmal schneller in einen desaströsen Bildungsmangel und haben deshalb meist keine Chance auf ein erfolgreiches Berufsleben. Tatsache ist, dass immer mehr Jugendliche aus Hartz IV-Familien ebenso im Hartz IV landen wie ihre Eltern.

Im zweistündigen Vorstellungsgespräch fragten wir Hans S. weshalb er den Quali nicht schaffte, warum er mehrere Ausbildungen vorzeitig abbrach, weshalb er straffällig wurde, warum er zum Trinker wurde, weshalb er sich um keine Arbeit bemühte, warum er keinen Führerschein hat, weshalb er wichtige Termine bei seinem Jobcenter versäumte? Die Antworten auf diese Fragen waren sehr deprimierend: Bildungslose Eltern, fehlende Geborgenheit in der Familie, fehlende Förderung im Kindergarten und in der Schule, Probleme mit Ausbildern, keine Arbeit, kein Geld, Resignation, Absturz in die Trunksucht und Kriminalität, angewachseneTrotzhaltung gegenüber "Feinden" in den Ämtern. Ein Scheitern auf der ganzen Linie.

Wie wäre es gelaufen, wäre Hans S. nicht in asoziale Verhältnisse hineingeboren worden? Wie wäre es gelaufen, hätten seine Eltern nicht bis in den Morgen getrunken und ferngeschaut, um dann bis Mittag auszuschlafen. Kann man Hans S. vorwerfen, dass er es als normal empfand, nicht arbeiten zu müssen, weil es Geld vom Staat gibt? Er hat es doch nicht anders gekannt.

Hans S. hat in der Vergangenheit, auf Veranlassung des Jobcenters, an einigen Integrationsmaßnahmen teilgenommen und mehrere Betriebspraktika absolviert. Ein Job ist nicht daraus entstanden. Hans S. dazu: Die Kurse waren langweilig, nichts für ihn und die Betriebspraktika dienten nur dazu, ihn als billige Arbeitskraft auszubeuten.

Wir schließen uns selbstverständlich dieser Meinung nicht an. Wir wissen aber auch, dass eine verordnete Integrationsmaßnahme, die bei Verweigerung mit Sanktionen strafbewehrt ist, vom Betroffenen eher abgesessen wird, als dass er voll motiviert daran teilnimmt. Noch dazu, wenn die Maßnahme an den Interessen des Teilnehmers vorbeizielt.

Ein Bekannter des Hans S. hat ihn vor einigen Wochen auf unseren Selbsthilfeverein aufmerksam gemacht. Er hat sich an uns gewandt. Wir geben zu, er ist kein leichter Fall, aber auch kein hoffnungsloser. Zwischenzeitlich hat Hans S. mehrere Tests innerhalb unserer Talent-Diagnostikmethode mitgemacht und wir sind überrascht von seinen handwerklichen Anlagen. Noch mehr freuen wir uns über seinen unbedingten Willen in eine Arbeit zu kommen. Wir machen es keinem Teilnehmer leicht und jeder Teilnehmer oder jede Teilnehmerin muss sich zum CFJ-Kodex bekennen:

Respektvoller Umgang mit allen Menschen, volle Leistungs- und Lernbereitschaft, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Hilfsbereitschaft.

Hans S. hat sich dazu bekannt und dafür unterstützen wir ihn mit voller Kraft bei der Beseitigung seiner über die Jahre hinweg angesammelten Lebenshürden in privaten, finanziellen und beruflichen Bereichen - und er erhält in unserem Beschäftigungsprojekt schon jetzt einen Arbeitsplatz mit einem Mindestlohn von 8,50 EUR je Stunde!


Paul Rammelmeyr
1. Vorsitzender