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Arbeitsplätze für LZ-Arbeitslose

Wir schaffen Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose.
Durchschnittlich 300 Langzeitarbeitslose im Landkreis Freyung-Grafenau beziehen öffentliche Leistungen. Logisch, wir können nicht alle Langzeitarbeitslosen beschäftigen. Dafür fehlen uns Geld und andere Kapazitäten. Unser Ziel ist aber trotzdem hoch gesteckt. Wir wollen denjenigen Langzeitarbeitslosen unter die Arme greifen, die auf dem Arbeitsmarkt wegen erheblicher Vermittlungshemmnisse und auch bei bester Konjunktur keine Chance auf Anstellung haben. Wir haben uns dieser wichtigen Aufgabe angenommen, weil wir davon überzeugt sind, dass JEDER Mensch eine reelle Chance braucht, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Dazu gehören Arbeit und selbstverdientes Geld.

Wenige Betriebe (gar keine Betriebe) sind bereit, einen schulisch und beruflich ungebildeten Mitarbeiter einzustellen, der dazu noch alkoholkrank, hoch verschuldet, psychisch angeschlagen und ungepflegt ist. Irgendwie versteht man das auch. So ein Mitarbeiter würde nicht nur Geld kosten, er müsste ständig angeleitet und ständig speziell betreut werden und selbst dann würde er sich noch lange nicht rentieren. Das können sich die wenigsten Firmen leisten.

Diverse staatliche Eingliederungsmaßnahmen sind für Langzeitarbeitslose mit Mehrfachbelastung auch nicht unbedingt förderlich, genau genommen schaffen es die meisten Programme nicht, diese Personengruppe richtig anzusprechen. Diese Personengruppe verspürt eher einen Zwang zur Teilnahme als einen Nutzen für sich selbst. Sie nehmen daran teil, weil ansonsten Leistungskürzungen drohen.

Sogenannte Ein-Euro-Jobs wurden von einigen Langzeitarbeitslosen mit Mehrfachbelastung nicht als gute Chance für den Wiedereinstieg in einen versicherungspflichtigen Job, sondern fälschlicherweise als Ausbeuterei mit einem Stundenlohn von nur einem Euro betrachtet. Entsprechend gering war dann auch die Leistungsbereitschaft. Ihnen wurde nicht hinreichend genug erklärt, dass dieser eine Euro kein Stundenlohn war, sondern eine Entschädigung für den Mehraufwand, den sie durch die Arbeitsaufnahme eventuell gehabt haben. Eine Leistung, die sie zusätzlich zu den Leistungen für den Lebensunterhalt von der Allgemeinheit bezogen haben.

Meine Erfahrung ist, dass sich die meisten mehrfach belasteten Langzeitarbeitslosen innerhalb einer Eingliederungsmaßnahme schon nach kurzer Zeit stabilisieren. Pünktlichkeit, Teamfähigkeit und auch Leistungsbereitschaft bilden dann für die gesamte Dauer der zeitlich befristeten Eingliederungsmaßnahme keine Problemfelder mehr. Zeitlich befristete Eingliederungsmaßnahmen enden leider ohne Rücksicht darauf, ob der Teilnehmer tatsächlich für den Arbeitsmarkt fit geworden ist oder nicht. Nach sechs oder zwölf Monaten ist das meist nicht der Fall und so landet der Langzeitarbeitslose wieder bei seinem Jobcenter und verfällt innerhalb weniger Wochen wieder in sein altes Verhaltensmuster. Fazit: Trotz Teilnahme an einer teueren Maßnahme bleiben die meisten Langzeitarbeitslosen mit Mehrfachbelastung unvermittelbar.

Das wollen wir verhindern.

Mehrere Jahre lang habe ich das Beschäftigungsprojekt "ARBEUS-Gebrauchtmöbel" in Freyung als Projektleiter geleitet. Die daraus resultierenden Erfahrungen konnte ich in unseren CFJ Chance für Jeden FRG e.V. einbringen. In unserem Beschäftigungsprojekt werden in diesem Jahr 1 Dauerarbeitsplatz und bis zu sechs Minijob-Stellen eingerichtet. Zwei weitere Dauerarbeitsplätze sollen Anfang 2015 entstehen. Alle Arbeitsstellen sind unbefristet und sollen stetig ausgeweitet werden. Wechselt ein Mitarbeiter erfolgreich in den Ersten Arbeitsmarkt, besetzen wir die freie Stelle wieder mit einem mehrfach belasteten Langzeitarbeitslosen. Unser Mindestlohn beträgt 8,50 Euro je Stunde. Damit unterscheiden wir uns deutlich von den staatlichen Beschäftigungsprojekten, die zeitlich und thematisch begrenzt sind.

Paul Rammelmeyr
1.Vorsitzender