Randnotizen

Randnotizen und Projekttagebuch:

Ein soziales Beschäftigungsprojekt für Langzeitarbeitslose mit multiplen Vermittlungshemmnissen ist kein Zuckerschlecken. In dieser Rubrik könnt ihr Einblick in die Sorgen und Nöte unseres Vereins, aber auch über die Erfolge und Freuden erhalten.

16.01.2018

Heute hatte ich um 11.00 Uhr einen Termin bei unserem Landrat Sebastian Gruber. Unter anderem habe ich ihn darum gebeten, er möge die Bürgermeister der Landkreisgemeinden darauf hinweisen, dass wir dringend Arbeitsaufträge benötigen. Seine Reaktion auf mein Ansinnen hat mich sehr irritiert: "Glauben Sie, Herr Rammelmeyr, ich könnte den Bürgermeistern anordnen, dass sie ihrem Verein Aufträge geben müssen"? Wenn ich ehrlich bin, ich hatte schon erwartet, dass er die Bürgermeister um Aufträge für unseren Verein bittet. Von Anordnen kann da wohl keine Rede sein. Es ist doch eine Schande, dass wir als einzige einschlägige Einrichtung im Landkreis Freyung-Grafenau unsere Aufträge von Gemeindeverwaltungen außerhalb bekommen, aber im Landkreis Freyung-Grafenau einen wichtigen Beitrag zur Minderung der Arbeitslosigkeit von schwervermittelbaren Langzeitarbeitslosen leisten. Danke, Herr Landrat für Ihre Unterstützung!

07.01.2016

Das Flüchtlingsthema beschäftigt die Menschen in unserer Region. Schweinereien, wie die Einkesselung, Vergewaltigung und das Begrapschen von Frauen in Köln, offensichtlich von Migranten begangen, sind absolut zu verurteilen. Ich habe nie verstanden, dass aus falscher Toleranz heraus Straftaten von Flüchtlingen nicht verfolgt werden sollen. Sie wollen und brauchen Schutz und Unterstützung. Beides wird ihnen gewährt. Aus ganzem Herzen. Ist es dann zuviel erwartet, wenn sie sich unserem Recht und Grundgesetz unterordnen? Ich glaube nicht. Glaubensfreiheit ja, aber nur soweit die Glaubensfreiheit die Menschenwürde, geltende Gesetze und geltendes Menschenrecht nicht verletzt. Kulturkreis hin, Kulturkreis her. In unserer Einrichtung hatte ich nie Probleme mit unseren Flüchtlingen. Vermutlich deswegen, weil wir sie genauso behandelt haben, wie unsere deutschen Teilnehmer. Sie hatten von Anfang an die gleichen Rechte und Pflichten.


13.01.2015

Gerade bin ich auf eine Gesprächsnotiz gestoßen, die ich im September 2014 vom Gespräch mit dem damaligen Jobcenterleiter Konrad Niederländer angefertigt habe. Ich notierte damals, dass wir keine Anerkennung als Ausbildungsstätte für Maler und Lackierer erhalten, weil unser CFJ keine ISO-Zertifizierung vorweisen kann. Mein Meistertitel im Malerhandwerk war also unbedeutend. Bis heute hat sich da nichts geändert.
Ist das nicht ein Zertifizierungsschwachsinn? Ich frage mich, ist die ISO-9000-Normenreihe tatsächlich eine Qualitätsgarantie für eine gute Ausbildung? Der Handelsblatt-Gastkommentator Torsten Schumacher schrieb einmal: Der Zertifizierungswahn rund um das Thema Qualität: Tempi passati. Wir haben wahrlich Wichtigeres zu tun bei der Transformation vertikal integrierter Unternehmen hin zu Organisationen, die vor Vitalität nur so strotzen und dem zukunftstauglichen Idealbild des lebenden Organismus näherkommen, als uns mit blutleeren Qualitätszertifikaten der ISO-Apostel aufzuhalten. Da schließe ich mich doch glatt an.