CFJ Chance für Jeden FRG e.V. ist ein gemeinnütziges Pilotprojekt mit einem arbeitsorientierten Eingliederungskonzept, das aus der Praxis für die Praxis entwickelt wurde.

Bei uns erhalten schwervermittelbare Arbeitslose wichtige handwerkliche Grundlagen. So lernen und trainieren die Teilnehmer Schlüsselqualifikationen wie Pünktlichkeit, Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit, um für die Teilnahme am Arbeitsmarkt fit zu werden.

Jeder Mensch hat ein Recht auf Arbeit, denn Arbeit macht Sinn und schenkt Selbstbewußtsein!
Aber viele Langzeitarbeitslose sind mit sich selbst und den Anforderungen der Berufswelt überfordert. Fehlende formale Abschlüsse in Schule und Beruf, Überschuldung und private Probleme, tragen die Hauptschuld an der Misere. Und leider gibt es eine anwachsende Zahl von Nachkommen der vorangegangenen Hartz-4-Generationen.

Für viele dieser Hartz-4-Nachkömmlinge ist es völlig normal, dass man nicht zur Arbeit geht und dass das Geld für den Lebensunterhalt vom Jobcenter kommt. Sie kennen es nicht anders. CFJ Chance für Jeden FRG e.V. zeigt ihnen, dass sich Ausbildung und Arbeit lohnen.

Aber in unserer Gesellschaft wird es auch immer Menschen geben, die niemals eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt finden können. Diesen Menschen wollen wir helfen.
CFJ Chance für Jeden FRG e.V. macht es sich zur wichtigsten Aufgabe, Dauerarbeitsplätze für diese Langzeitarbeitslosen mit Mehrfachbelastung zu schaffen.

Wir sind gemeinnützig, unpolitisch und konfessionslos.
Mehr über den Vereinszweck können Sie unserer Satzung entnehmen


Drei Jahre CFJ Chance für Jeden FRG e.V.

Vor drei Jahren, als die Übernahme einer Einrichtung für Langzeitarbeitslose mit Mehrfachbelastung durch eine namhafte caritative Einrichtung erfolgte, standen plötzlich alle Teilnehmer dieser Einrichtung auf der Straße. Das war eine katastrophale Situation. Es handelte sich um Menschen, die gerade dabei waren, sich an einen geregelten Tagesablauf und eine geregelte Arbeitszeit mit allen Pflichten und Aufgaben zu gewöhnen. Von heute auf morgen, standen sie vor dem Nichts. Der letzte Arbeitstag, der 30.April 2014, bleibt mir unvergessen: Erwachsenen Männer liefen die Tränen über die Wangen. Genau die Einrichtung, die 15 Jahre lang eine berufliche Heimat für viele Langzeitarbeitslose mit Mehrfachbelastung geworden war, verweigerte plötzlich die Erfüllung ihrer Zweckaufgabe.

Damals, ich war ebenfalls gekündigter Projektleiter der Einrichtung, habe ich vor dem Rückfall in die Drogenabhängigkeit, in die Trunksucht oder in die Spielsucht gewarnt. Viele der damaligen Teilnehmer waren einfach noch nicht soweit, ein selbstbestimmtes "normales" Leben zu führen. Es schmerzt unendlich, dass meine Befürchtungen in der schlimmsten Form eintraten: Zwei Alkoholtote, zwei Drogentote und ein Schwerstpflegefall. Meiner Meinung nach, als logische Folge des damaligen Projektendes. Der Verlust der täglichen Arbeit führte dazu, dass sie in alte Verhaltensmuster verfielen. Ihr Tod wird deshalb von mir als die Folge menschenverachtender Ignoranz und Fehleinschätzung gewertet.

Um das Schlimmste zu vermeiden, haben wir noch im April 2014, unseren Selbsthilfeverein unter schwierigsten Voraussetzungen gegründet. Obwohl wir schon im Jahre 2015 durch den damaligen Regierungspräsidenten Heinz Grunwald mit dem "Niederbayerischen Integrationspreis" ausgezeichnet wurden, haben wir bei Behörden und dem Landkreis wenig Unterstützung gefunden. Nicht ein einziger kommunaler Auftrag ging an unseren Beschäftigungsverein. Wären nicht die vielen Privatleute, für die wir Rasen mähen, Hecken schneiden, Möbel transportieren und viele andere Tätigkeiten ausführen und würden uns nicht viele, viele Geschäftsleute mit Spenden unterstützen, gäbe es unsere wichtige Einrichtung nicht mehr. Fairerweise erwähne ich auch die zahlreichen Bürgermeister (es sind fast alle) im Landkreis, die die Wertschätzung unserer Arbeit mit einer kleinen Geldspende zum Ausdruck bringen.

Wir haben in die Flüchtlingshilfe viel Zeit und Geld investiert. Vom Staat ist nichts zurückgeflossen. Die großen, caritativen Sozialindustrien sollen allein im Jahre 2015 über 300 Millionen Euro Gewinn mit der Flüchtlingshilfe gemacht haben. Wir wollen uns aber mit diesen caritativen Großkonzernen nicht vergleichen und sind stolz auf das Erreichte: Vier versicherungspflichtige Vollzeitarbeitsplätze für Langzeitarbeitslose mit Mehrfachbelastung, die Projekte "Schneider Ibrahim" und "Röhrenradio-Werkstatt", das Projekt "Hilfe für Fabian" (Sammelergebnis 19.000 Euro) gemeinsam mit der Online-Zeitung "da Hogn", über 600 Sachspenden an Hilfsbedürftige, mehr als 18.000 geleistete ehrenamtliche Stunden für Anleitung und Arbeitsintegration durch unsere ehrenamtlichen Helfer. In der Summe eine stolze Bilanz der letzten drei Jahre.

Diese Erfolge bestärken uns mit aller Kraft weiterzumachen. Wir haben uns nach zwei Jahren der zusätzlichen ,aktiven Flüchtlingshilfe wieder auf unsere Kernaufgabe "Hilfe für Langzeitarbeitslose mit Mehrfachbelastung" zugewandt. Unsere finanziellen Mittel sind nicht ausreichend, um in der Hilfe für Langzeitarbeitslose und zusätzlich in der Flüchtlingshilfe erfolgreich zu sein. Wir stellen auch fest, dass in der Flüchtlingshilfe kein Mangel an ehrenamtlichen Helfern und staatlicher Hilfe besteht, indessen die Hilfe für Langzeitarbeitslose mit Mehrfachbelastung nebenbei erfolgt und als lästiges Übel betrachtet wird. Das "ESF-Bundesprogramm zum Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit" ist zwar der erste Lichtblick und Schritt in die richtige Richtung, ob es eine Neuauflage geben wird, steht in den Sternen.


Paul Rammelmeyr
1.Vorsitzender